About

Markus Kehrer, geboren am 18.02.1981 in Graz, in der Welt zu Hause

  • Gründung der Fotoschule „Light Academy“
  • Schaffung des Genres „Streetfoodography“
  • Arbeiten im Bereich Produktfotografie
  • Arbeiten im Bereich der Street- und Dokumentarfotografie
  • Fotografische Gestaltung Krimiroman „Miederhosenmord“
  • Fotografische Gestaltung Buch „Graz – Portrait einer Stadt“
  • Fotografische Arbeiten für „Kulturzeitung 80“
  • Arbeiten im Bereich der Kunstfotografie – Plastische Umsetzung von Malen mit Licht
  • Analoge Fotografie mit Klein- und Mittelformat
  • Analoge Dunkelkammerentwicklungen auf verschiedenen Materialien
  • Diverse fotografische Ausstellungen in Österreich und in Balkan Ländern

Ausbildung

  • Studium der Fotografie an der Akademie für angewandte Fotografie in Graz
  • Masterclass Akademie für angewandte Fotografie
  • Studium der Betriebswirtschaft
  • Ausbildung Online Marketing Management

Ausstellungen

  • 2018: Fotobiennale Graz
  • 2015: photo Graz selection (10 Städte in Slowenien, Kroatien, Bosnien und Serbien)
  • 2014 – 2015: Einzelausstellung „Verschmelzungen“ – Orpheum Graz
  • 2014: Ausstellung „Fotografie & Mosaik“ – mosaico Graz
  • 2013: Ausstellung „Kontraste“ – Akademie für angewandte Fotografie

Wer bin ich und wenn ja, warum?

Wer bin ich? Wohin gehe ich? Diese zwei Fragen stellen sich viele Menschen öfter. Vielleicht bist du auch schon mal in die Verlegenheit gekommen darüber nachzudenken.

Nun, ich kann dir zwar nicht verraten was der Weg noch alles bringen wird, ich kann dir aber erzählen, was mich bisher genau hier her geführt hat. Welche Erlebnisse mich genau zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin.

Ich bin geboren und aufgewachsen in Graz, der zweitgrößten Stadt Österreichs. Graz liegt sehr südlich in Österreich und bekommt nicht nur das vielleicht beste und wärmste Wetter des Landes ab, sondern ist auch nur eine halbe Stunde von Slowenien entfernt. Schon immer trennte mich also nur eine halbe Stunde vom Balkan und somit vom Beginn des südländischen Lebensstils. Ich habe da früher nicht so viel darüber nachgedacht, doch rückblickend erklärt das einiges!

Doch der Reihe nach. Ich würde mich, auch wieder rückblickend, als einen ausgesprochenen Spätzünder beschreiben. Ich weiß, jungen Männern haftet diese Weisheit immer etwas an, jedoch habe ich den Eindruck, bei mir war dieser Effekt besonders stark ausgeprägt. Gut, als Kind denkt man vermutlich allgemein noch nicht so viel über die Gegebenheiten nach. Kindergarten, Volksschule, Schule, so ist zunächst mal der Lauf der Dinge. Doch spätestens in einer höherbildenden Schule und im Teenageralter könnte man langsam darüber nachdenken, in welche Richtung man gehen will, welche Inhalte zu einem passen könnten. Nicht so ich. Der Weg führte mich zur Matura. Natürlich im mathematischen Zweig, denn das schien mir der einfachste Weg zu sein. Übrigens: ich hasse Mathematik. Damals wie heute. Trotzdem habe ich mich dafür entschieden. Und dieses Fach sollte mich noch länger begleiten.

Schulabschluss geschafft. Was tut ein anständiger Schulabsolvent? Natürlich studieren. Das ist für sich genommen auch gut und absolut nichts Schlechtes. Doch meine Reife war leider irgendwo hängengeblieben. Ich war hauptsächlich über die neue Freiheit glücklich, denn Studienleben ist Partyleben! Mein einziger Antrieb war der, das billigste und meiste Bier der Unigegend zu finden und von Happy Hour zu Happy Hour zu wandeln. Das Studium selbst war eigentlich Nebensache. Hauptsache irgendwo inskribiert, Hauptsache lustiges Studentenleben. Und so kam es wie es kommen musste, ich wählte doch tatsächlich ein äußerst mathematisch geprägtes Studium, nämlich Betriebswirtschaft. Ausgerechnet! Ich hasste Mathematik übrigens auch zu diesem Zeitpunkt, doch aus unerklärlichen Gründen erschien mir das trotzdem nicht seltsam. Auch die ersten Vorlesungen, die unfassbar furchtbar waren, hielten mich nicht von dieser Wahl ab. Überhaupt glaubte ich damals, dass universitäre Lehrgänge aus Rechtswissenschaften, Medizin und eben Betriebswirtschaft bestehen. Ich wählte also sozusagen aus meiner Sicht das geringste Übel, ohne darüber groß nachzudenken. Der Ruf des freien Bierkonsums war alles überlagernd.

Viele Jahre schleppte ich mich durch den betriebswirtschaftlichen Dschungel. Eines Tages hat mich aber auch die verlorene Reife wieder eingeholt und ließ mich an einem verkaterten Morgen darüber nachdenken, was ich hier eigentlich mache. Nur war ich damals schon so weit im Studium fortgeschritten, inhaltlich und auch zeitlich, dass ich beschlossen habe es einfach durchzuziehen. Gesagt getan, ein wenig später wurde ich in den akademischen Stand eines Betriebswirtes gehoben.

Nun rief mich die Arbeitswelt. Der Beginn war verheißungsvoll. Ich konnte meiner künstlerischen Seele folgen und bei einem Kunst und Kultur Festival anheuern. Es nannte sich „regionale“ und brachte zeitgenössische Kunst und Kultur alle zwei Jahre in eine andere Region des Bundeslandes. Kunst sollte nicht nur im städtischen Bereich in der Hauptstadt stattfinden, sie sollte auch in abgelegene Regionen zu den Menschen kommen. Ich war für die Finanzen des Festivals zuständig, irgendwie haben jedoch in einem kleinen, aber sehr feinen Team, alle alles gemacht. Die Zeit dort war eine tolle Erfahrung, in der ich mich direkt in der kulturellen Welt bewegte und wunderbare Menschen kennenlernen durfte. Die Freude währte jedoch nicht ewig und das Festival wurde aus politischen Gründen geschlossen. Wir durften es also zu Grabe tragen und uns dann neue Tätigkeitsfelder suchen. Ich wurde in die Verwaltung des Landes versetzt, dort war es dann vorbei mit der Lockerheit. Von nun an regierte straffe Struktur und monarchische Hierarchie. Wie du dir vorstellen kannst, genau meines. Inhaltlich war es auch eine komplette Wandlung, ich arbeitete von nun an an der Erstellung eines Familienmagazins.

Parallel ließ mich aber seit vielen Jahren der Bereich der Fotografie nicht mehr los. Ein vielleicht vererbtes Talent, denn auch mein Großvater beschäftigte sich viel mit dem Thema. Er entwickelte sogar seine Bilder zu großen Teilen selbst und hat Unmengen an Fotos angesammelt, die all die Jahre meiner Großeltern dokumentieren.

Mein Interesse an der Fotografie entwickelte sich. Zunächst, in meiner jungen Studienzeit, war ich mit einer Kompaktkamera ausgestattet und auf Urlaubsschnappschüsse fokussiert. Ich war damals der typische Knipser. Hier ein Foto, da ein Foto, sehr viele schief und verwackelt. Doch der Anfang war bereits da getan. Irgendwann schenkten mir dann meine Freunde eine größere Kamera zum Geburtstag. Es war eine Bridgekamera, also eine Kamera, die eine Mischung aus Kompakt und Spiegelreflex ist. Die damals logische, technische Steigerung. Von da an gab es nun für mich kein Halten mehr. Ich tauchte so richtig ein in das Thema Fotografie. Ich übte, testete, las sehr viel und wurde besser und besser. Das zeigten auch meine Bilder, die zwar noch immer im Schnappschussbereich anzusiedeln waren, jedoch waren sie plötzlich nicht mehr schief oder verwackelt. Auch Bildaufbau und -ausschnitt wurden merklich besser. Ich reizte die Kamera bis ins Letzte aus, bis ich merkte, dass ich mehr möchte. Mehr Technik und somit auch mehr Möglichkeiten. Ich wollte alles von der Fotografie lernen. Ich legte mir meine erste Spiegelreflexkamera zu.

Die Fotografie war damals schon eine Art Zufluchtsort für mich, der mir während des eigentlich falsch gewählten Studiums Halt und eigentliche Freude brachte. Ich konnte mir sehr viel beibringen, mich immer weiter bilden, doch irgendetwas fehlte mir in meinem Wissen. Die technische Umsetzung von Fotos ist toll, vor allem wenn man die eigene Entwicklung sieht. Doch mir fehlte etwas. Etwas Entscheidendes. Nämlich der Inhalt. Ich machte schöne Fotos, doch den Inhalt habe ich frei gewählt. Was mir gerade ins Auge gesprungen ist, wurde von mir festgehalten. Warum wusste ich nicht so genau. Nach einiger Zeit wollte ich aber auch das ändern. Ich wollte meiner Fotografie Tiefe und Sinn geben. Ich wollte nicht in einer Reihe von anderen Fotografen stehen, die alle dasselbe Bild machen und eigentlich gar nicht so genau wissen warum sie das eigentlich tun. Ich wollte mehr. Deswegen entschied ich mich dann auch recht bald für ein weiteres Studium, parallel zur Arbeitswelt. Ich bewarb mich an der Akademie für angewandte Fotografie und wurde zu meiner Freude auch aufgenommen. Es war einer der entscheidendsten Tage die ich erleben durfte, denn dieses Studium sollte meine Fotografie auf eine ganz neue Ebene heben. In Sphären, die anfänglich unerreichbar schienen und in die ich mit der Zeit immer mehr vorstoßen wollte. Ich lernte den Sinn der Fotografie, den Inhalt meiner eigenen Fotos. Ich war angekommen im Reich meiner Träume. Jahre der Ausbildungszeit später, war alles an meiner Fotografie besser. Die Technik wurde nochmal verfeinert. Doch noch viel wichtiger, ich wusste nun wie, wann und warum ich mein Werkzeug Kamera für mich passend und gut einsetzen kann.

Durch den Geist der persönlichen Weiterentwicklung getrieben, gründete ich kurze Zeit später mein eigenes Unternehmen. Es sollte MANA heißen und Apfelwein herstellen. Cider wird dir ein Begriff sein, Apfelwein ist die leckere Version davon. Zumindest in Österreich, denn hier sind alle Cider mit Saft und viel Zucker versetzt, deswegen süß.

Ich hatte also ein neues Betätigungsfeld, in dem auch die Fotografie nicht zu kurz kam. Ich war in meiner eigenen Firma fortan nicht nur für den Aufbau und eigentlich eh alles zuständig, sondern auch für Produkt- und Imagefotos. Das leckere Schlückchen musste ja richtig in Szene gesetzt werden.

Ich war aber auch sehr stark in der künstlerischen Fotografie tätig. Meine fotografischen Skills wuchsen und wuchsen und mein Interesse war auch von der Vergangenheit inspiriert. Neben der modernen Digitalfotografie, hat es mir auch die analoge Fotografie angetan. Ausgerüstet mit analoger Kleinbild-Spiegelreflex und Mittelformatkamera tauchte ich tief in eine fotografisch längst vergessene Welt ein. Ich richtete mir eine eigene Dunkelkammer ein und entwickelte hunderte von Fotos auf allen möglichen Materialien, die über lichtempfindliches Fotopapier weit hinaus gingen. Oft bin ich tagelang nicht mehr aus der Dunkelkammer heraus gekommen, ich wurde zu einer Art Vampir. Ausstellungen meiner Arbeiten folgten. Diese waren hauptsächlich in Graz zu sehen, aber auch in europäischen Ländern wie Slowenien, Kroatien, Bosnien und Serbien.

Daneben durfte ich auch mit Legenden wie Horst Friedrichs arbeiten und in der Dokumentarfotografie ein weiteres Betätigungsfeld finden.

Im Jahr 2018 folgte dann so etwas wie der große Schnitt in meinem Leben. Klingt irgendwie wie im Film, war aber mehr als real. Mich holte wieder einmal die Sinnfrage ein. Diesmal war es nicht die Frage nach dem Sinn des Studiums, nach dem Sinn in meiner Fotografie, nein diesmal war das große Ganze dran. Nichts weniger als der Sinn des Lebens beschäftigte mich. Besteht unser Leben tatsächlich aus Arbeiten und den Wochenenden dazwischen? Muss man so leben wie es vorgegeben, von allen vorgelebt und von der Gesellschaft erwartet wird? Ist es sinnvoll für den westlich gelebten Luxus, wie schicke Kleidung, große Wohnungen, die ohnehin der Bank gehören und teure Autos arbeiten zu gehen? Sich in einer Art Teufelskreis der Dekadenz zu bewegen? Kann das denn wirklich alles sein? Ist es möglich auch Anderes zu erleben, anders zu leben? All diese Fragen entstanden über Jahre und brachen in diesem Jahr aus mir heraus. Vermutlich war der endgültige Anstoß dieses meines Denkens, meine Beschäftigung mit dem Sinn der eigenen Fotografie. In diesem Zusammenhang ist es nämlich notwendig, sich viel mit sich selbst und seinem Inneren zu beschäftigen. Ein Prozess der sich, wenn ausgelöst, immer weiter entwickelt.

Die Antwort auf diese Frage war schlussendlich eine einfache. Nein, ich muss nicht nach all diesen Vorgaben mein Dasein fristen. Eigentlich kann ich tun was immer ich will. Und ich sollte es auch tun, denn das Leben ist kurz. Zu kurz um sich den Konventionen der Gesellschaft hinzugeben, die nicht meine eigenen sind. Was ist wenn ich morgen auf die Straße gehe und mich ein Bus überrollt? Was wenn mich ein Dachziegel erschlägt oder ich mir das Genick breche, während ich, mich abschrubbend, in der Badewanne ausrutsche? Habe ich dann alles getan um ein erfülltes Leben zu haben? Kann ich dann sagen, ich habe zumindest versucht so zu leben wie ich es mir vorstelle? Habe ich alles erlebt was ich erleben möchte, oder war zumindest am Weg dorthin? Nein. Ein klares Nein zu all diesen Fragen.

Deswegen folgte in diesem Jahr besagter Schnitt. Ich schnitt mich selbst raus aus dem Üblichen, aus dem Gewohnten. Ich verkaufte alles, ließ Jobs und so gut wie alles Materielle hinter mir und gründete mit meiner Freundin „einmal mit alles“. „einmal mit alles“ steht für alles was wir uns wünschen und ist ein Food-Travel-Blog. Das Ziel ist es in Freiheit zu leben und die Welt kennenzulernen. In diesem Blog werden die typischsten und authentischsten Gerichte und Speisen von allen Ländern gezeigt, die wir bereisen. Ganz abseits von Mainstream und Massentourismus. Denn das Essen ist eines der größten Kulturgüter das es überhaupt gibt. Immer und überall. Nirgends kommen die Menschen so echt zusammen wie beim Essen in typischer Umgebung. Das schmeckt nicht nur gut, sondern ist auch sehr lehrreich. Seit 2018 ziehen wir also um die Welt und berichten aus nah und fern. Wir sind dort wo es uns gefällt und natürlich auch schmeckt. Es gibt unendlich viel zu erkunden, der Inhalt wird wohl nie ausgehen. Esskultur gibt es überall.

Auch hier kommt wieder die Fotografie ins Spiel. Ich bin für „einmal mit alles“ als Foodfotograf seit Jahren in der Welt unterwegs. Meine Interpretation des Themas Foodfotografie geht aber weit über die herkömmliche, perfektionierte Studiofoodfotografie hinaus. Denn die zeigt nicht die Realität, was aber unser und mein Anspruch ist. Deswegen verbinde ich Streetfotografie mit Foodfotografie und habe somit ein neues Genre, nämlich die „Streetfoodography“ geschaffen.

Wenn du darüber mehr erfahren möchtest, schau gerne auch bei www.einmalmitalles.at vorbei. Doch Vorsicht, du wirst hungrig werden!

Wenn man so viel in der Welt unterwegs ist, bieten sich für einen Fotografen wie mich natürlich auch mehr fotografische Inhalte als die Foodfotografie. Ich bin in der glücklichen Lage, meine fotografischen Erfahrungen gebündelt einsetzen zu können. Heraus kommen Fotos, die eine Geschichte erzählen. In die du eintauchen kannst. Die du erleben kannst. Die du aber auch zu deiner ganz persönlichen Geschichte machen kannst. Dann nämlich, wenn du dich damit beschäftigst und versuchst auch deiner Fotografie Tiefe zu geben.

Aus diesem Grund möchte ich mein Wissen von nun an nicht nur für mich behalten, es ist schade wenn nicht andere Menschen auch daran Teil haben können. Ich möchte es auch an dich weiter geben. Mit der Gründung der „Light Academy“, möchte ich dir die Chance geben, viel über dich und deine Fotografie zu lernen. Auch du sollst die Chance haben, deinen persönlichen Stil zu entwickeln, deinen Fotos neben der Optik auch Inhalt zu geben, deine eigene Bildsprache zu finden. Deiner Fotografie Sinn zu geben. Denn deine Fotos können dich widerspiegeln, die Fotografie kann zu deiner besten Freundin werden.